Sunday, 29 June 2008
Safari nach Bwindi Impenetrable forest
Die Vorbereitungen fuer die Safari liefen bereits seit Februar. Bei meinem vorigen Besuch hatte ich drei Tour Unternehmer angeschrieben und um ein Angebot fuer eine Safari fuer 10 Leute zu bitten, die einen Besuch bei den Vorfahren – den Gorillas – einschliessen sollte.
Aus den drei Angeboten suchte ich dann “Let’s go Safari” aus. Die boten zwar statt drei vier Tage an, was aber auch OK war und sich zuletzt sicher als ganz sinnvoll erweisen sollte. Doch sie boten auch eine gewisse Auswahl an Unterkuenften an. Zwar sieht das alles auf dem Papier bzw dem Bildschirm immer wunderbar aus, doch gab es so das ein oder andere Detail, welches mich dann zu der Entscheidung fuer Mihingo Lodge am Lake Mburo und Buhoma Lodge in Bwindi National Park kommen liess. Ein Aspekt war, dass bei beiden die einzelnen Zimmer einigermassen weit verstreut im Gelaende standen, was irgendwie ein bischen das Gefuehl der Abgeschiedenheit vermittelte. Das zweite war die Tatsache, dass sie beide solar betrieben waren.
Was ich nicht wusste, als ich die ganze Sache began, war die Tatsache, dass die Gorilla Trecks sehr streng ueber ein Permit System reguliert sind und diese permits einigermassen zeitig gekauft werden muessen. Da war ich – 4 Monate vor dem Ereignis - gerade noch zur rechten Zeit dran. Das ganze laeuft nach folgendem System.
Es gibt derzeit 4 Gorilla Familien in dem Gebiet. Jede der Familien umfasst ungefaehr 10 bis 25 Mitglieder. Jede der Familien wird maximal 2 mal pro Woche besucht und die Zahl der Besucher – Touristen – ist auf 8 pro Besuch beschraenkt. Das heisst, in einer Woche koennen maximal 64 Touristen die Gorillas sehen.
Im Februar gab es dann fuer die Zeit, die ich bestimmt hatte noch 11 permits, von denen ich 10 kaufte. Diese verteilten sich auf zwei Gruppen mit 4 in einer und 6 in der anderen Gruppe.
Das bedeutet natuerlich auch, dass die zur Verfuegung stehenden Lodges relativ klein sind, was Zimmerzahl anlangt und eine Gruppe von 10 schon fast eine Vollbelegung darstellt. Und so hatten wir die drei Naechte jeweils die ganze Unterkunft weitestgehend fuer uns alleine. Das galt insbesondere in Buhoma. In Mihingo gab es natuerlich auch noch ein paar andere Leute, die nicht unbedingt zur gleichen Zeit auf Safari gingen.
So ein permit representiert dann auch einen ganz erheblichen Teil der Safari Kosten mit US$500 pro permit (von einem Gesamtpreis von US$1,260.00)
Also wurden im Februar die permits gekauft und die Buchungen reserviert. Es ist ja immer so eine etwas spannende Sache, wenn man als Organisator einer solchen Geschichte seine Freunde auf eine solche, nicht unerhebliche, Ausgabe verpflichtet. Na ja, sie hatten sich ja bereits auf Uganda eingelassen und mit dem Sydney Hotel arrangiert, da wuerde das dann mit den ‘Verwandten’ auch keine so grosse Schwierigkeit mehr sein. Erfreulicherweise war Rachel von ‘lets go Safari’ eine einigermassen kommunikative Persoenlichkeit, mit der ich dann das ein oder andere auch per e-mail klaeren konnte.
Das vier Tage Program sah wie folgt aus.
1. Tag (Montag) fuhren wir in zwei Kleinbussen nach Mburo Lake mit einem kurzen Stop am Aequator. Nachmittags eine einstuendige Bootfahrt auf Lake Mburo und Uebernachtung im Mihingo Lodge.
2. Tag (Dienstag) Fahrt nach Bwindi und nachmittags Ankunft in Bohama Lodge
3. Tag (Mittwoch) morgens frueh auf zu den Verwandten. 2. Nacht in Bohama Lodge
4. Tag (Donnerstag) 8.00 Uhr Aufbruch Richtung Kampala, etwa 10 Stunden Fahrt geplant.
Saturday, 28 June 2008
Kampala – Lake Mburo – day 1
Unsere Abfahrt vom Sydney Hotel war fuer 7.00 geplant und erfreulicherweise waren all Beteiligten von Deutscher Puenktlichkeit besessen – und das galt sogar fuer unsere beiden Fahrer! Da alle Gaeste im Sydney Hotel auscheckten, mussten natuerlich noch Rechnungen bezahlt und Zimmer fuer die Zeit danach organisiert werden. Doch mittlerweile hatte sich das Personal schon etwas auf die irren Europaer eingestellt und all das stellte kaum noch ein Problem dar.
Am Abend vorher hatten wir alles ueberzaehlige Gepaeck vom Hotel abgeholt und in Masaka Road in meinem Zimmer verstaut. So hatte jeder nur das Noetigste fuer die 4 Tage mit sich. Na ja und was dann das “Noetigste” fuer vier Tage darstellt, variiert so ein wenig von Person zu Person. Entsprechend dem guten alten Deutschen Sprichwort, dass sich der Meister in der Beschraenkung zeigt, lagen Moses und ich mit je einem bescheidenen kleinen Rucksack und meiner Umhaengetasche fuer den Transport der Pfeifen gar nicht so schlecht im Rennen.
Gegen 7.30 stuerzten wir uns dann in den Berufsverkehr auf Masaka Road, die uns nun, ihrem Namen entsprechend, nach Masaka bringen sollte. Die Busaufteilung wurde so etwas auf der Basis von Sprachgebrauch vorgenommen. Und so wurden dann fuer den Rest der Reise auch die Busse der Deutsche und Englische genannt. Im Deutschen Bus fuhren Klaus und Sabine, Gaby und Frank mit mir. Im Englischen Bus waren Hans und David, Moses, und Sabine und Beate untergebracht.
Wenn man dann erst mal aus der Stadt Kampala raus kommt, wird die Landschaft hueglich und gruen. Am Wegesrand sieht man gelegentlich grosse Treibhaeuser, in denen die Schnittblumen produziert werden, die dann bei Blume 2000 in Hamburg zum Oeko-Sonderangebot geboten werden. Was mir bisher waehrend meiner Besuche in Kampala noch nie so aufgefallen war, sind die grossen Papyrus Felder, die Rohmaterial fuer viele der Matten und Teppiche abgeben, die da so geflochten werden.
So gegen 10.00 Uhr kamen wir an den ersten bemerkenswerten Punkt unserer Reise, den Aequator. Hier kann der kleine Mensch nun mit gespreizten Beinen gleichzeitig auf der Noerdlichen und Suedlichen Halbkugel des Globus stehen und die Stelle ist natuerlich prominent markiert.
Markiert auch durch eine Reihe von Souvenier Laeden, in denen es zu kaufen gibt, was die Lokale Wirtschaft und die Kuenstler der Gegend so fuer den Touristen produzieren.
Und dann gibt es noch so ein herrliches Hinweisschild – ein riesen Leinwandplakat – auf dem so die Besonderheiten der geografischen Lokation beschrieben werden. Da allerdings ist das mit den sachlichen Informationen so eine Sache.
Erstens wird einem erklaert, dass hier die Scheidestelle ist fuer das Wasser dieser Welt, welches angeblich in der suedlichen Hemisphaere gegen und in der noerdlichen mit dem Uhrzeigersinn im Waschbecken abfliesst. Am Aequator kann es sich nicht entscheiden und deshalb laeuft es gleich geradeaus ins Rohr. Dafuer gibt es sogar ein kleines Demonstrationsbecken. Nun habe ich allerdings ueber die Jahre gelernt, dass es sich hier um eine art weltweites urban myth handelt. Und es haengt wohl etwas davon ab, wie das Wasser ins Becken laeuft. Ich weiss nur, dass es sich bei mir in Green Point nicht immer an die Regel haelt.
Das zweite war die stolze Verkuendigung, dass hier auf dem Aequator das Wasser bereits bei 90 Grad zu kochen beginnt, statt wie sonst bei 100 Grad. Dabei haben die guten Leute uebersehen, dass das nun gar nichts mit dem Aequator (latitude) sondern mit der Hoehe ueber dem Meeresspiegel (altitude) zu tun hat. Hier an diesem Punkt des Aequators befinden wir uns halt in 1100 meter Hoehe, wo das Wasser halt bereits bei 90 Grad das Brodeln anfaengt. Doch das trifft fuer den Obersalzberg in Berchtesgaden – was mit Sicherheit nicht auf dem Aequator liegt – genau so zu. But I guess it’s too nice a story to miss out on.
Unsere eifrigen Touristen haben sich dann auch das ein oder andere Bild ausgesucht, allerdings nur zum Zuruecklegen, um es auf der Rueckfahrt abholen zu koennen – wie gesagt, nur das Noetigste ist im Gepaeck!
Auf unserer Fahrt in den Mburo National Park
sahen wir dann auch unsere ersten wilden Tiere, die die Foto Apparate zur Aktivitaet animierten. Herrliche Gazellen die in ihrer schlanken und zerbrechlich erscheinenden Art durch den Busch streiften.
Verschiedene andere Antilopen Arten die auch alle einen Namen haben. Doch da geht es mir so ein wenig wie unserem Vater, der, von wissensbegierigen Kindern nach den Namen verschiedener Baeume befragt, oftmals den Ausweg fand der in unserer Familie zum gefluegelten Wort geworden ist …so eine Art Akazie…. Hier war es dann so eine Art Gnu!.
Isaac, unser Fahrer, war recht gut im ‘spotting’ und machte uns oefter auf irgendwelche Affen oder anderes Getier aufmerksam, was wir, als ungebuebte Safari Reisende, noch nicht gleich ausgemacht hatten. Nicht zu uebersehen sind die Warzenschweine
und, was ich so als die schoensten Tiere in dieser Umgebung sehe, die Zebras. Fuer mich ist es das erste mal, dass ich diese Tiere in feier Wildbahn sehe und der alte Pferdefreund bricht irgendwie durch und ich habe das Gefuehl, hier doch etwas Edeles zu sehen.
So ein Zebra neben einem der in diesem Land typischen Baeume stehen zu sehen, wie es die Umgebung mit allen seinen Sinnen aufnimmt, ueberwacht ist schon ein besonders schoener Anblick.
Kurz nach Mittag machen wir uns auf nach Lake Mburo um dort in zwei Gruppen je eine etwa einstuendige Fahrt ueber den See zu machen.
Die Bootfahrt geht vornehmlich an den Ufern des Sees entlang, wo sich die Tiere des Sees ein Stelldichein geben. Die groesste – im wahrsten Sinne des Wortes – Attraktion sind natuerlich die Hyppos.
Doch von den guten Tierchen sieht man halt meist nur den Kopf. Schoen finde ich die Geschichte, dass die Viecher, wenn sie weitere Strecken ueberwinden wollen, abtauchen und auf dem Boden des Sees rumlaufen, um dann gelegentlich zum Luft holen wieder an die Wasser Oberflaeche kommen. Irgendwie passt das zu meinem Sinn fuer das Skurile.
Die fuer mich schoensten Tiere am See sind die Seeadler.
Sie leben hier in ihren jeweiligen Gebieten mit ihrem Haus auf einem Baum und man kann etwa alle 500 Meter ein weiteres Paar, manchmal auch mit Jungen, bewundern.
Sehr erhabene Voegel. Und waehrend man so langsam am Ufer entlang tuckert, sieht man natuerlich auch die verschiedenen Affen und anderes Getier, inklusive eines zugegebenermassen recht kleinen Krokodil.
Als wir dann als erste zurueck sind und die eine Stunde auf unsere 2. Gruppe warten, erfreuen uns die Warzenschweine auf dem ‘Parkplatz’ rund um die Anlegestelle der Boote.
Wie das so ist bei den meisten Wildtieren, sie beschaeftigen sich groesstenteils mit Fressen. Diese Warzenschweine haben die Angewohnheit, sich auf ihre Vorderknie runter zu lassen und dann das Gras weg zu munchen.
Zwei Keiler beobachteten wir, die sich etwas darueber echauffieren konnten, dass der eine einen Berg Blaetter unter einem Baum nach rechts schuffelte, waehrend der andere meinte, dass diese Blaetter nach links geschuffelt werden sollten. In so einem Schweineleben ganz offensichtlich ein Grund fuer ein zumindest mildes Argument.
Wenn man diese Urviecher da so auf dem Parkplatz rumgrasen sieht, kann man wirklich langsam vergessen, dass es wilde Tiere sind, denen man sich nicht zu sehr naehern sollte. Doch irgendwie hatten sie es auch raus, mit einem Grunzen und einem schaelen Blick einem deutlich zu machen, dass jetzt die minimum Distanz erreicht war. Fuck off, war recht deutlich zu verstehen.
So etwa gegen 17.00 Uhr erwartet uns Mihingo Lodge. Eine herrliche Anlage auf einem Huegel gelegen, von wo man einen wunderschoenen Blick auf die Umgebung und den See hat.
Die einzelnen Bungalows sind recht weit verstreut in der Gegend. Sie bestehen aus einer festen Dachkonstruktion auf Pfaehlen, unter der ein Zelthaus aufgehaengt ist.
Kloo und Badezimmer sind aus reichlich Natursteinen gemauert und das ganze hat wirklich einen sehr rustikalen, afrikanischen Anstrich.
Und die einzelnen Haeuser sind auch soweit von einander entfernt, dass selbst das Schnarchen meines Bruders – Marke Kanadischer Holzfaeller – keinem der Gaeste den wohl verdienten Schlaf raubt. Der arme Junge, er kann ja nichts dazu!
Das ‘Haupthaus’ ist herrlich gelegen auf einem kleinen Plateau mit einem fantastischen Rundblick ueber die ganze Gegend. Zum fruehen Abendessen trifft sich die ganze Gesellschaft im spektakulaeren Speisesaal zu einer froehlichen Runde.
Sehr schoenes und schmackhaftes self service buffet mit herrlichen Leckereien von Fisch und Fleisch. Die ganze Runde bedauert es eigentlich, dass wir diese herrliche Staette bereits am naechsten Tag wieder werden verlassen muessen. Dann geht es ab in die Zelte zu einem erfrischenden Schlaf mit den Geraeuschen des Busches als kleine Nachtmusik.
Lake Mburo – Bwindi – day 2
Nach einem delizioesen Fruehstueck und einer weiteren Runde von wunderbaren Ausblicken ueber die Afrikanische Landschaft geht es erst einmal auf eine weitere Fahrt durch den Busch zum ‘game spotting’ das heisst wilde Tiere begucken. Diesmal werden die Daecher unserer Busse ausgefahren und erlauben damit, dass man sich hinstellt und die Fahrt und die Tiere auch im Stehen zu erspaen.
So richtig nach Safari Art. Es kommt so eine Art Grosswildjaeger Stimmung auf. Die Jagdgewehre sind allerdings alle Marke Cannon oder Nikon und schiessen Bilder.
So gibt es fuer alle eine zweite Runde von wilden Tieren, wobei die Kenntnisse des ersten Tages einem helfen, auch kleinere Viecher zu ergattern, die sich dort zu tausenden im Busch tummeln.
Wo sich Affen befinden kann man eigentlich immer am ehesten an den Baumwipfeln erkennen, die sich mehr bewegen, als dass durch den Wind der Fall gewesen waere. Und langsam entwickelt auch jeder der Teilnehmer seine eigenen ‘Vorlieben’ auf die dann die anderen Mitreisenden aufmerksam gemacht werden. Da gibt es die Voegelmenschen, die Affenliebhaber und auch die Leute, die sich auf schwer auszumachende Tierarten wie kleine Voegel oder Schmetterlinge konzentrieren.
Irgendwie bin ich nach wie vor auf Zebras getrimmt. Vielleicht auch, weil man die am ehesten, leichtesten sieht.
Auf dieser Fahrt durch die Berglandschaft von Western Uganda mit seinen tief eingeschnittenen gruenen Taelern, den Bananenpflanzen, die sich die Berge hochziehen und dem Tee, der so herrlich dunkel gruen an den Haengen waechst, versteht man irgendwann auch mal den Ausspruch von Winston Churchill, der Uganda die Perle Afrikas nannte. Es ist wirklich eine Landschaft, die mit natuerlichem Reichtum nur so um sich wirft.
Und zwischendurch trifft man in den Doerfern immer wieder auf die Menschen, die hier leben und die einen im allgemeinen recht froehlich und offenherzig begruessen. In der Gegend erlebt man dann auch die Rollermacher.
Jungs die mit selbst gebastelten Rollern durch die Gegend gurken. Aus sehr einfachen Mitteln mit Holz haben sie sich herrliche Gefaehrte zusammen gebaut, die mich irgendwie an meine einige Kindheit erinnern. Unsere ersten Roller waren uebrigens auch aus Holz! Allerdings hatten wir schon damals kleine Hartgummi Reifen. Die sind hier erst im Kommen!
Nachdem wir eine Reihe von Taelern durchkreuzt und Hoehen erklommen haben – diesmal noch im Bus – erreichen wir am fruehen Nachmittag Buhoma Lodge, unser Lager fuer die naechsten 2 Tage.
An einem herrlichen Hang gelegen, sind eine ganze Reihe von recht geraeumigen Haeusern mit einem fantastischen Blick auf die gegenueber liegende Bergkette. Angesichts der Hanglage – nicht ganz ungleich zu Green Point Palace – erreicht man die einzelnen Haeuser ueber lange Leitern und Stufen.
Auch hier wieder recht schoen angelegte und eingerichtete Unterkuenfte mit viel Platz, schoenem Bad und richtig kaltem und waren Wasser aus der Dusche! Es scheint so, dass wir die einzigen Gaeste sind und recht bald finden sich die ersten im grossen Gemeinschaftsraum zusammen fuer ein Glaesschen Wein oder Bier und Erzaehlungen ueber die Erlebnisse des Tages. Grosswild Jaeger meeting sozusagen.
An einer langen Tafel in grosser, froehlicher Runde wird das Abendessen eingenommen und langsam konzentriert sich jeder auf den morgigen Marsch durch den Urwald, um die Verwandten zu besuchen.
Angesichts der Tatsache, dass wir morgen frueh aufstehen muessen und einen anstrengenden Tag vor uns haben, verziehen sich die meisten Mitreisenden gegen 22.00 Uhr ins Bett, um die schoenen Raeume geniessen zu koennen.
Eine Sache erweist sich als angenehme Ueberraschung fuer die Europaer und das ist die Tatsache, dass es in dieser Gegend eigentlich keine von den erwarteten Insekten gibt, wie Muecken oder so. Die meisten hatten sich auf eine erhebliche Plage durch diese Viecher eingerichtet. Doch wegen der Hoehe – wir sind nun auf 1200 Meter – ist das alles kein Problem. Man braucht noch nicht mal Mueckennetze ueber dem Bett! Aber Gaby, was ist mit Schlangen?? Nein die zeigen sich auch nicht!
Bwindi impenetrable forrest – visiting the Relos – day 3
Nach erquickendem schlaf und fruehem Fruehstueck sind Reisende und Busse gegen 8.00 Uhr abfahrbereit. Wir machen einen kurzen Trip zu dem Basecamp fuer das Gorilla Trecking, wo wir von den Herren der Verwaltung, den eigentlichen Fuehrern und irgendwo auch von unseren Fahrern begruesst und bearbeitet werden. Hier zeigt sich mal wieder die Kunst der Ugander eine unheimlich aufwendige aber letztlich doch voellig ineffiziente Buerokratie ins Leben zu rufen.
Zu Beginn gibt es eine kurze Einfuehrung in die Historie von Bwindi und eine kurze Beschreibung der vier Gorilla Familien. Diese vier Gruppen haben die schoenen Namen
Mubare
Habinyanja
Rushegura
Nkuringo
Davon leiten sich dann auch die Bezeichnungen der Permits ab, wo wir laut Safari Beschreibung 7 der Gruppe R und 3 der Gruppe H haben. Im folgenden wird die Kommunikation zwischen Park Angestellten und mir etwas erschwert weil
A, ich noch nie eines der permits in Haenden gehalten habe, sondern diese nach wie vor von den Fahrern unter Verschluss gehalten werden.
B, diese Gruppen Beschreibung zu dem Zeitpunkt ausschliesslich auf meinem Computer existiert und noch nie ausgedruckt worden ist,
C, dass ich angesichts der physischen Leistungen, die uns erwarten, nun wirklich darauf verzichtet habe, den ganzen Papierkram mit mir rum zu schleppen,
D, ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht vollstaendig geschnallt hatte, dass Gruppe H fuer Habinyanja und Gruppe R fuer Rushegura steht
E, die Parkverwaltung und die Fuehrer sich ueber den Grad der physischen Anforderungen und der gesamten Laenge eines Trecks in mysterioeses Schweigen huellen, aber anklingen lassen, dass eine der Gruppen wohl etwa 5 Stunden, eine andere etwa 8 Stunden Wanderschaft bedeuten wuerde.
Doch welche Gruppe nun die kuerzere Zeit und welche die laengere Zeit in anspruch nehmen wuerde, wurde lange Zeit hoeflichst verschwiegen.
Unter diesen Umstaenden war es dann einfach unmoeglich genau zu bestimmen, wer nun in welcher Gruppe gehen wuerde und sich entsprechend hinter einem der kleinen Schildchen aufstellen wuerde, Schildchen, die uebrigens sehr weit von einander entfernt, aus der Ferne unlesbar, in der Gegend herum standen und eigentlich nur per Zufall entdeckt werden konnten.
Die koennten von einem deutschen Schulhof das ein oder andere lernen!
Nach einer halben Stunde fruchtlosen Geredes, was oftmals auch noch zusaetzlich erschwert wurde dadurch dass einige meiner Freunde mit Englischen Fragen bombardiert wurden, die sie nicht nur nicht verstanden aber auch nicht haetten beantworten koennen, wenn sie denn das Englisch verstanden haetten, weil sie die entsprechenden Informationen nicht zur Verfuegung hatten.
Nach langwierigem Palaver habe ich mir dann einen der Parkleute ausgeguckt, den ich fuer einigermassen kompetent hielt und ihm die Situation erklaert.
Ich musste ihm sagen, dass ich eigentlich einen Scheissdreck um Gruppe H oder R gebe sondern nur an einer Information interessiert sei, und das war zu wissen, welche Gruppe die kuerzere Marschroute haette, weil ich dort die Leute einteilen wollte, die physisch nicht ganz so fit sind. Und ausserdem musste ich auch noch bedenken, dass ich eine Gruppe habe, bei der Englisch schwaecher ist als bei den anderen. Und diese Zwei Merkmale waren mehr oder weniger deckungsgleich fuer die gleichen Leute.
Irgendwie schien dem Menschen dann auch mein Argument einleuchtend und er teilte mir mit, welche Gruppe den kuerzeren Weg haben wuerde. Dem entsprechend konnte ich dann Sabine B, Klaus, Sabine M und mich in diese Gruppe stecken, waehrend die zweite Gruppe von den 6 Juengeren Mitreisenden ‘bevoelkert’ wurde.
Nach etwa einstuendigem Palaver und Umgehung einiger Ugandischer Parkverwaltungs Prozeduren hatten wir dann die Sache ausgetrudelt. Zu unserer Gruppe von 4 gesellten sich dann noch eine aeltere Dame mit ihren beiden Soehnen, was uns zu 7 anschwellen liess. Bis heute weiss ich nicht genau ob wir Gruppe H oder R waren. Doch was solls.
Der Aufstieg
Unsere Gruppe von ‘Oldies’ wurde fuer eine kurze Fahrt in einen Bus verfrachtet und gegen 9.30 begann der Aufstieg.
In der Safari Beschreibung, die wir von dem Touristen Buero erhielten, hiess es:
Gorilla tracking in Bwindi can be challenging, therefore ensure fitness.
Gorilla tracking experience starts at 8.30 am local time and can last from a few hours to a whole day! Registration at the gate commences at 7.45 am.
What to bring:
Wear jungle shoes suitable for steep muddy slopes
carry a rain jacket because the park is often wet.
Put on ear plugs for those who feel uncomfortable with jungle sounds.
Carry rain gear, sunscreen lotion, a hat (as the weather is unpredictable) and insect repellant.
Carry a packed lunch.
Dazu hatte der Fahrer uns immer noch dringend darauf hingewiesen, dass wir Wasser, viel Wasser mitnehmen sollten.
Wenn man wirklich all diese Sachen buchstaben getreu beachten wuerde, muesste man ein Backpack mit sich fuehren, was in Gewicht und Masse fast ueber das hinausgeht, was ich fuer die vier Tage mitgenommen hatte. Dabei davon ausgehend, dass man auch noch eine Kamera bei sich haben will, um die Relos fotografieren zu koennen.
Die Beschreibung schlug etwas vage vor, dass man fitness mitbringen sollte und Schuhe, die fuer steile, glitschige Wege geeignet sind. Doch das erwies sich als etwas unzureichende Beschreibung der Realitaet.
Da zumindest einige von uns – wie Sabine, Gaby und Frank – einigermassen regelmaessige Bergwanderer sind, hatten sie so eine vage Vorstellung von dem, was so eine Bergwanderung mit sich bringen kann. Und auch mir war das aus alten Zeiten noch einigermassen gelaeufig. Doch kann ich nur sagen, ein Gang auf den Hohen Goell in Berchtesgaden kommt im Vergleich zu dem uns bevorstehenden Aufstieg einem Spaziergang ueber die Leopoldstrasse naeher.
Die ersten zwei bis drei Kilometer gingen durch ein Gebiet, wo noch menschliche Besiedlung herrschte, Bananen angepflanzt wurden und so der Anflug von einem Weg die Marschrichtung anzeigte. Doch auch hier geht es schon ganz schoen steil Bergauf. Sehr bald zeigt sich, dass die Fitness in erster Linie der Lungenkapazitaet abverlangt wird.
Sehr bald allerdings verschwindet das, was man als einen Weg bezeichnen koennte und daraus wird eigentlich nur noch eine generelle Richtung, die durch den Fuehrer angegeben wird. Und diese Richtung ist eigentlich immer steil Bergauf, mehr oder weniger der Fallinie folgend. Wir werden von ein paar Fuehrern begleitet, die, mit kleinen Macheten bewaffnet, ein wenig des Gestruepp und der Schlingpflanzen ausduennen und so eine Art ‘Weg’ anzeigen.
Sehr bald zeigt sich, dass man neben allgemeiner Fitness auch ein erhebliches Mass an Koerperbeherrschung mitbringen muss. Und es braucht ein wenig Ueberredungskunst, um dem Fuehrer bei zu bringen, dass nicht er die Geschwindigkeit der Truppe bestimmt, sondern die Gaeste, die am langsamsten sind. Aus diesem Grunde setze ich mich hinter dem Fuehrer an die Spitze der Truppe und habe Sabine (M) und Klaus gleich hinter mir, um das Tempo deren Kapazitaeten anpassen zu koennen.
Ich stelle zu meiner eigenen Ueberraschung fest, dass ich die ganze Sache besser ueberstehe – was die fitness anlangt – als ich mir das hatte traeumen lassen. Ich weiss nicht ob es Reste des Voltigierens sind oder meine mehr oder weniger regelmaessigen Segeluebungen auf dem Katamaran, die mir eine einigermassen sichere Koerperbeherrschung verleien. Sicher haben auch 50 Jahre geuebten Ski laufens etwas damit zu tun. Jedenfalls bin ich meist in der Lage, diese kleinen und steilen Spurts ueber eine 5 oder 10 Meter Strecke einigermassen unfallfrei hinter mich zu bringen, um dann in gesicherter Stellung wieder Luft holen zu koennen.
Erfreulicherweise zeigen nun auch alle in der Gruppe eine recht ordentliche Disziplin und halten die Reihenfolge ein, was die Steuerung der Geschwindkeit vereinfacht. Oftmals ist es so, dass man sich einen etwa 5 Meter langen Aufstieg genau ansehen muss, entscheiden wo man hin tritt und dann mit Schwung so eine Stelle ueberwindet, um sich dann, ‘oben’ angekommen, wieder ein paar Minuten Verschnaufpause goennen zu koennen. Dabei ist es natuerlich wichtig, dass die ersten in der Gruppe nicht gleich weiter laufen, wenn die letzten gerade angekommen sind, sondern denen auch noch die Zeit fuer ein Verschnaufen lassen, bevor die naechste Huerde genommen wird.
Der erste in der Truppe muss dann auch immer mal wieder auf irgendwelche Hindernisse aufmerksam machen, Lianen, die mit vielen Stacheln gesegnet sind und daher nicht zum Hochziehen geeignet, lose Steine oder Ameisen Nester, in die man moeglichst nicht hineintreten sollte.
Nach einer kurzen Weile bekommt Sabine (M) einen der Fuehrer an die Hand, der sie dann mehr oder weniger den Berg hinauf zieht. Das leiert zwar ihren Arm ganz erheblich aus, aber es macht ihr den Anstieg doch einfacher. Angesichts der Tatsache, dass sie bei weitem die Aelteste unter uns ist und einen Herzschrittmacher traegt, vollbringt sie eine sehr beachtliche Leistung.
So geht es fuer etwa 3 Stunden mehr oder weniger auf allen Vieren durch den Dschungel steil bergan. Immer mal wieder setzt sich jemand mehr oder weniger unfreiwillig auf den Dschungelboden und das Aufstehen wird dabei manchmal erschwerlicher als das Hinfallen. Und die Kleidung nimmt sehr schnell eine allgemeine Dschungelfarbe an, so ein tarnendes braun/gruen.
Nach gut 2.5 Stunden bitte ich den Fuehrer um eine kleine Pause und versuche ihn darueber auszuquetschen, wie lange noch, in etwa, dieser Anstieg andauern wird. Irgendwie scheint es in dem Fuehrer Trainings Handbuch zu stehen, dass sie nie realistische Auskuenfte ueber irgend etwas geben sollen. Doch diesen Zahn muss ich unserem David nun auch ziehen indem ich ihm erklaere, dass er uns nun nach Absprache mit seinen Kollegen, mit denen er in stetem Walky Talky Kontakt ist, eine halbwegs realistische Vorstellung ueber den weiteren Verlauf der Kriechtur geben muss.
Irgendwie scheint mein Argument, dass er ja schliesslich wissen muesse, wo in etwa die Gorillas sich befinden – was ihm seine Kollegen staendig ueber Funk mitteilen – einleuchtend und er wird zoegernd bereit mir anzudeuten, dass wir uns noch auf etwa eine halbe Stunde steilen Anstieg vorbereiten muessen, wonach es dann mehr am Berghang entlang, also in der Horizontale gehen soll, bevor wir zu unserer Gorilla Familie kommen. Das ist nun eine so halbwegs realistisch klingende Information, die ich an meine Mitwanderer weiter ‘verkaufen’ kann.
Denn ich habe irgendwie das Gefuehl, dass dem ein oder anderen die Idee kommen mag, dass das mit den Gorillas doch nicht seine Sache ist und sie lieber wieder umkehren moegen. Dies insbesondere angesichts der angenommenen Tatsache, dass man jeden Schritt und Rutscher, den man hier nach oben macht, ja irgendwann dann auch wieder nach Runter machen muss, was mir angesichts der Verhaeltnisse als schwerer und gefaehrlicher erscheint als der Anstieg. Doch da hilft dann auch die Information von David, dass der Weg runter sehr viel einfacher sein und durch weniger Dschungel fuehren wird. Etwas, was sich spaeter als recht realistisch erweist.
Erfreulicherweise sind David’s Angaben ueber den weiteren Verlauf einigermassen realistisch und korrekt und nach einer weiteren Stunde mehr oder eniger horizontaler Kletterei kommt auf einmal der Befehl fuer Ruhe und stoppen, da wir uns den Relos naehern.
Die (Go) Relos lassen bitten
Nach wenigen Minuten machen uns die Fuehrer deutliche Zeichen, uns zu setzen und links von uns im Dschungel zeigen sich dann die ersten Gorillas. Mein erster Blick faellt auf einen kleinen jungen Gorilla, der scheinbar unbekuemmert und wie unbeobachtet von einem Baum zum naechsten ueber die Lianen wandert und sich gelegentlich mal den menschlichen Besuchern zuwendet, mit einem fragenden Blick auf dem Gesicht, so nach dem Motto, ….na was macht ihr denn da…..
Sehr bald sieht man auch die Mutter dazu, die am Fusse eines Baumes sitzt und sich den Bauch krault ud dabei, nicht sehr lady like, erheblich furzt.
Die ganze Gruppe von Besuchern hockt sich nun auf den Boden und beobachtet die in etwa 5 Meter Entfernung sitzende Gruppe von Gorillas, die so ihrem ueblichen Tagesgeschaeft nachgehen, was im wesentlichen Essen bedeuet.
Es ist herrlich anzusehen, wie sich so ein Tier eine lange Liane von links nach rechts durch das Maul zieht und so die schoenen, jungen Blaetter abpellt. Und durch das Gebuesch in etwa 7 Meter Entfernung kann man auch den Silverback, den Herrn der Familie im Gras sitzen sehen, der es sich dort schoen ruhig und friedlich gehen laesst. Ab und zu bewegt sich mal eine der ladies ein paar Meter auf einen Baum, oder ruft den kleinen zur Ordnung, der sich insgesamt am agilsten verhaelt.
Nach etwa 20 Minuten schweigender Beobachtung, entscheidet der Silverback, dass man sich jetzt mal ein bischen wo anders hinverziehen wuerde und die ganze Gesellschaft, drei Frauen, das Kind und der Herr des Hauses, erheben sich langsam und wandern ein wenig den Hang entlang zu einer anderen Ruhestelle. Sie gehen sozusagen vom Wohn- zum Esszimmer.
Und nachdem sich die Affenfamilie in seiner neuen Position eingeschuckelt hat, erheben sich die menschlichen Besucher, um ihnen die paar Meter zu folgen. Die Fuehrer bemuehen sich, so weit wie moeglich das Lianengestruepp zu entfernen, um den Besuchern einen freieren Blick zum Beobachten und Fotografieren zu geben. Nach diesem kleinen Stellungswechsel kann ich mich fuer meine weitere Beobachtung in der Kuhle niederlassen, in der vor wenigen Minuten noch der Herr des Hauses sein Hinterteil breit gesessen hat. Ich wirke dagegen in der herrlich bequemen Kuhle schmal und zierlich. Denn so ein ausgewachsener Berggorilla duerfte schon etwa eine Tonne oder mehr auf die Waage bringen.
Was einen an dieser einstuendigen Beobachtung wohl beeindruckt sind erstens die Tiere selber, die es einem dort erlauben, ihnen in ihrer natuerlichen Umgebung als wilde Tiere zu folgen. Und es ist natuerlich auch das Bewustsein, dass man hier Vertreter einer Tiergruppe sieht, von denen es alles in allem nur noch etwa 700 gibt und diese sich auf zwei drei Gebiete in dieser Gegend beschraenken.
Es sind die Friedlichkeit, der ungewohnte Urwald, die wunderschoene Landschaft, die ungewohnten Geraeusche, diese einmalig seltenen Tiere und nicht zuletzt der lange und beschwerliche Anstieg, welche zusammen genommen diese Stunden zu einem unvergesslichen Erlebnis werden lassen.
Ein Erlebnis welches in so starkem Kontrast zu unseren gewohnten Lebensbedingungen und Lebensweise steht.
Nach einer knappen Stunde entscheiden die Gorillas, dass es nun aber genug ist und sie sich wieder an einen anderen Platz verziehen wollen und damit fuer uns Verwandte die Besuchszeit um ist. So laden wir uns unsere Rucksaecke wieder auf den Ruecken und, gestaerkt durch die eine Stunde Ruhe und Erlebnis, treten wir den Rueckweg nach Buhoma wieder an.
Der Abstieg
Der Weg nach unten erweist sich dann wirklich als sehr viel einfacher und kuerzer. Den groessten Teil des Weges geht man durch eine Art Bachbett, wo man allerdings darauf achten muss, nicht zu viele Steine los zu treten.
Noch im Dschungelgebiet, tut mein Bruder Klaus einen ‘herrlichen’ Sturz vorwaerts, nach dem er sich, auf dem Ruecken wie ein Maikaefer liegend, auf einer Lianenmatratze wieder findet. Gott sei Dank ist ihm nichts passiert, ausser dass er die Lacher auf seiner Seite hat und wir ihn zu dritt wieder aus seiner etwas unfreiwilligen Lage befreien muessen.
Die letzten paar Kilometer geht es dann wieder durch Banana Country und Ansiedlungen, wo Sabine (M) grossen Spass daran hat, kleine Pfefferminz Kuegelchen an eine Schar von Kindern zu verteilen.
Nach etwa 6 Stunden und der Ueberwindung von etwa 600 Hoehen Meter gelangen wir abgeschlafft und ausgebufft wieder in unser Quartier.
Hier ist die Dusche sehr bald der beliebteste Aufenthaltsort, unmittelbar gefolgt von den Sofas im Gemeinschaftsraum, wo wir uns verdientermassen an ein paar Glas bier bzw. Wein laben.
Erfreulicherweise haben wir den gesamten Ausflug voellig ohne Regen und vor allem auch ohne besondere Verletzung oder anderen Schaden hinter uns gebracht. In den bequemen Sesseln sitzend warten wir dann auf unsere zweite Gruppe, die, wie wir wissen, eine etwas laengere Tour hinter sich zu bringen hatte. Als es dann so auf 18.00 zugeht, werde ich langsam etwas nervoes und Bedenken schleichen sich ein, ob bei den anderen alles gut gegangen ist, denn sie sind nun bereits 9 Stunden unterwegs. Ich bitte den Manager von Buhoma Lodge, sich mit der Park Verwaltung in Verbindung zu setzen, um rauszufinden, was mit unsere Gefaehrten los ist. Die Nachricht ist dann gut und wir erfahren, dass sie sich auf demn Rueckmarsch befinden und in etwa einer halben Stunde eintreffen werden.
Gegen 18.30 – es hat vor einer Stunde etwa mit einem Regenguss begonnen, der nun einen herrlichen Regenbogen ueber das Tal zaubert –
kommen die mueden Krieger der zweiten Gruppe, einer nach dem anderen, durch das Eingangstor gekrochen. Sie haben ganz offensichtlich eine etwas schwerere Tour hinter sich, waehrend der sie auch gelegentlich mit Regen gesegnet waren.
Eines der Hauptereignisse bei ihnen – auf der Wanderung nach oben zumindest – war die unerfreuliche Bekanntschaft mit einem riesen Vespennest, in das Moses gelaufen war. Da hiess es dann nur noch run, run, run. Doch das konnte nicht verhindern, dass einige von den Wanderern eine ganze Reihe von Stichen an Kopf und Hals davon trugen. Gluecklicherweise sind diese Vespenstiche harmlos und das Jucken fuer eine kurze Weile ist wohl das schlimmste an der Sache.
Mit ein klein wenig Verspaetung trifft sich dann die ganze Truppe wieder rund um den Esstisch zu einem schoenen Abendessen und unzaehligen Geschichten ueber Bergsteigen, Gorillas und Vespenstiche. Es wird dann auch erzaehlt, dass Gaby nach etwa 6 Stunden Aufstieg und der ernst gemeinten Drohung, dass sie sich gleich einen Fuehrer schnappen und den Rueckweg antreten werde das seltene Privileg zuteil wurde, im Dschungel eine Cigarette rauchen zu duerfen (oder zwei), was ihrem Nervenkostuem doch erheblichen Auftrieb verpasste.
Hans mit seiner medizinischen Ausbildung hatte sich dann auch als ganz hilfreich als Psychologe und Diaetberater erwiesen.
Sie erzaehlten von aehnlicher Unwilligkeit des Fuehrers, einigermassen realistische Informationen ueber die Laenge des Weges und den Anstieg zu geben. Und sie haben ihn eigentlich nur zu einem “up, up, up and down” bewegen koennen, wo unser David dann doch etwas praeziser wurde. Nun ja, alle haben es geschaft und koennen auf die Leistung stolz sein.
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