Saturday, 28 June 2008

Der Aufstieg


Unsere Gruppe von ‘Oldies’ wurde fuer eine kurze Fahrt in einen Bus verfrachtet und gegen 9.30 begann der Aufstieg.

In der Safari Beschreibung, die wir von dem Touristen Buero erhielten, hiess es:

Gorilla tracking in Bwindi can be challenging, therefore ensure fitness.
Gorilla tracking experience starts at 8.30 am local time and can last from a few hours to a whole day! Registration at the gate commences at 7.45 am.

What to bring:
Wear jungle shoes suitable for steep muddy slopes
carry a rain jacket because the park is often wet.
Put on ear plugs for those who feel uncomfortable with jungle sounds.
Carry rain gear, sunscreen lotion, a hat (as the weather is unpredictable) and insect repellant.
Carry a packed lunch.

Dazu hatte der Fahrer uns immer noch dringend darauf hingewiesen, dass wir Wasser, viel Wasser mitnehmen sollten.

Wenn man wirklich all diese Sachen buchstaben getreu beachten wuerde, muesste man ein Backpack mit sich fuehren, was in Gewicht und Masse fast ueber das hinausgeht, was ich fuer die vier Tage mitgenommen hatte. Dabei davon ausgehend, dass man auch noch eine Kamera bei sich haben will, um die Relos fotografieren zu koennen.

Die Beschreibung schlug etwas vage vor, dass man fitness mitbringen sollte und Schuhe, die fuer steile, glitschige Wege geeignet sind. Doch das erwies sich als etwas unzureichende Beschreibung der Realitaet.

Da zumindest einige von uns – wie Sabine, Gaby und Frank – einigermassen regelmaessige Bergwanderer sind, hatten sie so eine vage Vorstellung von dem, was so eine Bergwanderung mit sich bringen kann. Und auch mir war das aus alten Zeiten noch einigermassen gelaeufig. Doch kann ich nur sagen, ein Gang auf den Hohen Goell in Berchtesgaden kommt im Vergleich zu dem uns bevorstehenden Aufstieg einem Spaziergang ueber die Leopoldstrasse naeher.

Die ersten zwei bis drei Kilometer gingen durch ein Gebiet, wo noch menschliche Besiedlung herrschte, Bananen angepflanzt wurden und so der Anflug von einem Weg die Marschrichtung anzeigte. Doch auch hier geht es schon ganz schoen steil Bergauf. Sehr bald zeigt sich, dass die Fitness in erster Linie der Lungenkapazitaet abverlangt wird.



Sehr bald allerdings verschwindet das, was man als einen Weg bezeichnen koennte und daraus wird eigentlich nur noch eine generelle Richtung, die durch den Fuehrer angegeben wird. Und diese Richtung ist eigentlich immer steil Bergauf, mehr oder weniger der Fallinie folgend. Wir werden von ein paar Fuehrern begleitet, die, mit kleinen Macheten bewaffnet, ein wenig des Gestruepp und der Schlingpflanzen ausduennen und so eine Art ‘Weg’ anzeigen.



Sehr bald zeigt sich, dass man neben allgemeiner Fitness auch ein erhebliches Mass an Koerperbeherrschung mitbringen muss. Und es braucht ein wenig Ueberredungskunst, um dem Fuehrer bei zu bringen, dass nicht er die Geschwindigkeit der Truppe bestimmt, sondern die Gaeste, die am langsamsten sind. Aus diesem Grunde setze ich mich hinter dem Fuehrer an die Spitze der Truppe und habe Sabine (M) und Klaus gleich hinter mir, um das Tempo deren Kapazitaeten anpassen zu koennen.

Ich stelle zu meiner eigenen Ueberraschung fest, dass ich die ganze Sache besser ueberstehe – was die fitness anlangt – als ich mir das hatte traeumen lassen. Ich weiss nicht ob es Reste des Voltigierens sind oder meine mehr oder weniger regelmaessigen Segeluebungen auf dem Katamaran, die mir eine einigermassen sichere Koerperbeherrschung verleien. Sicher haben auch 50 Jahre geuebten Ski laufens etwas damit zu tun. Jedenfalls bin ich meist in der Lage, diese kleinen und steilen Spurts ueber eine 5 oder 10 Meter Strecke einigermassen unfallfrei hinter mich zu bringen, um dann in gesicherter Stellung wieder Luft holen zu koennen.

Erfreulicherweise zeigen nun auch alle in der Gruppe eine recht ordentliche Disziplin und halten die Reihenfolge ein, was die Steuerung der Geschwindkeit vereinfacht. Oftmals ist es so, dass man sich einen etwa 5 Meter langen Aufstieg genau ansehen muss, entscheiden wo man hin tritt und dann mit Schwung so eine Stelle ueberwindet, um sich dann, ‘oben’ angekommen, wieder ein paar Minuten Verschnaufpause goennen zu koennen. Dabei ist es natuerlich wichtig, dass die ersten in der Gruppe nicht gleich weiter laufen, wenn die letzten gerade angekommen sind, sondern denen auch noch die Zeit fuer ein Verschnaufen lassen, bevor die naechste Huerde genommen wird.

Der erste in der Truppe muss dann auch immer mal wieder auf irgendwelche Hindernisse aufmerksam machen, Lianen, die mit vielen Stacheln gesegnet sind und daher nicht zum Hochziehen geeignet, lose Steine oder Ameisen Nester, in die man moeglichst nicht hineintreten sollte.

Nach einer kurzen Weile bekommt Sabine (M) einen der Fuehrer an die Hand, der sie dann mehr oder weniger den Berg hinauf zieht. Das leiert zwar ihren Arm ganz erheblich aus, aber es macht ihr den Anstieg doch einfacher. Angesichts der Tatsache, dass sie bei weitem die Aelteste unter uns ist und einen Herzschrittmacher traegt, vollbringt sie eine sehr beachtliche Leistung.

So geht es fuer etwa 3 Stunden mehr oder weniger auf allen Vieren durch den Dschungel steil bergan. Immer mal wieder setzt sich jemand mehr oder weniger unfreiwillig auf den Dschungelboden und das Aufstehen wird dabei manchmal erschwerlicher als das Hinfallen. Und die Kleidung nimmt sehr schnell eine allgemeine Dschungelfarbe an, so ein tarnendes braun/gruen.

Nach gut 2.5 Stunden bitte ich den Fuehrer um eine kleine Pause und versuche ihn darueber auszuquetschen, wie lange noch, in etwa, dieser Anstieg andauern wird. Irgendwie scheint es in dem Fuehrer Trainings Handbuch zu stehen, dass sie nie realistische Auskuenfte ueber irgend etwas geben sollen. Doch diesen Zahn muss ich unserem David nun auch ziehen indem ich ihm erklaere, dass er uns nun nach Absprache mit seinen Kollegen, mit denen er in stetem Walky Talky Kontakt ist, eine halbwegs realistische Vorstellung ueber den weiteren Verlauf der Kriechtur geben muss.

Irgendwie scheint mein Argument, dass er ja schliesslich wissen muesse, wo in etwa die Gorillas sich befinden – was ihm seine Kollegen staendig ueber Funk mitteilen – einleuchtend und er wird zoegernd bereit mir anzudeuten, dass wir uns noch auf etwa eine halbe Stunde steilen Anstieg vorbereiten muessen, wonach es dann mehr am Berghang entlang, also in der Horizontale gehen soll, bevor wir zu unserer Gorilla Familie kommen. Das ist nun eine so halbwegs realistisch klingende Information, die ich an meine Mitwanderer weiter ‘verkaufen’ kann.

Denn ich habe irgendwie das Gefuehl, dass dem ein oder anderen die Idee kommen mag, dass das mit den Gorillas doch nicht seine Sache ist und sie lieber wieder umkehren moegen. Dies insbesondere angesichts der angenommenen Tatsache, dass man jeden Schritt und Rutscher, den man hier nach oben macht, ja irgendwann dann auch wieder nach Runter machen muss, was mir angesichts der Verhaeltnisse als schwerer und gefaehrlicher erscheint als der Anstieg. Doch da hilft dann auch die Information von David, dass der Weg runter sehr viel einfacher sein und durch weniger Dschungel fuehren wird. Etwas, was sich spaeter als recht realistisch erweist.

Erfreulicherweise sind David’s Angaben ueber den weiteren Verlauf einigermassen realistisch und korrekt und nach einer weiteren Stunde mehr oder eniger horizontaler Kletterei kommt auf einmal der Befehl fuer Ruhe und stoppen, da wir uns den Relos naehern.

Die (Go) Relos lassen bitten


Nach wenigen Minuten machen uns die Fuehrer deutliche Zeichen, uns zu setzen und links von uns im Dschungel zeigen sich dann die ersten Gorillas. Mein erster Blick faellt auf einen kleinen jungen Gorilla, der scheinbar unbekuemmert und wie unbeobachtet von einem Baum zum naechsten ueber die Lianen wandert und sich gelegentlich mal den menschlichen Besuchern zuwendet, mit einem fragenden Blick auf dem Gesicht, so nach dem Motto, ….na was macht ihr denn da…..



Sehr bald sieht man auch die Mutter dazu, die am Fusse eines Baumes sitzt und sich den Bauch krault ud dabei, nicht sehr lady like, erheblich furzt.



Die ganze Gruppe von Besuchern hockt sich nun auf den Boden und beobachtet die in etwa 5 Meter Entfernung sitzende Gruppe von Gorillas, die so ihrem ueblichen Tagesgeschaeft nachgehen, was im wesentlichen Essen bedeuet.



Es ist herrlich anzusehen, wie sich so ein Tier eine lange Liane von links nach rechts durch das Maul zieht und so die schoenen, jungen Blaetter abpellt. Und durch das Gebuesch in etwa 7 Meter Entfernung kann man auch den Silverback, den Herrn der Familie im Gras sitzen sehen, der es sich dort schoen ruhig und friedlich gehen laesst. Ab und zu bewegt sich mal eine der ladies ein paar Meter auf einen Baum, oder ruft den kleinen zur Ordnung, der sich insgesamt am agilsten verhaelt.



Nach etwa 20 Minuten schweigender Beobachtung, entscheidet der Silverback, dass man sich jetzt mal ein bischen wo anders hinverziehen wuerde und die ganze Gesellschaft, drei Frauen, das Kind und der Herr des Hauses, erheben sich langsam und wandern ein wenig den Hang entlang zu einer anderen Ruhestelle. Sie gehen sozusagen vom Wohn- zum Esszimmer.



Und nachdem sich die Affenfamilie in seiner neuen Position eingeschuckelt hat, erheben sich die menschlichen Besucher, um ihnen die paar Meter zu folgen. Die Fuehrer bemuehen sich, so weit wie moeglich das Lianengestruepp zu entfernen, um den Besuchern einen freieren Blick zum Beobachten und Fotografieren zu geben. Nach diesem kleinen Stellungswechsel kann ich mich fuer meine weitere Beobachtung in der Kuhle niederlassen, in der vor wenigen Minuten noch der Herr des Hauses sein Hinterteil breit gesessen hat. Ich wirke dagegen in der herrlich bequemen Kuhle schmal und zierlich. Denn so ein ausgewachsener Berggorilla duerfte schon etwa eine Tonne oder mehr auf die Waage bringen.

Was einen an dieser einstuendigen Beobachtung wohl beeindruckt sind erstens die Tiere selber, die es einem dort erlauben, ihnen in ihrer natuerlichen Umgebung als wilde Tiere zu folgen. Und es ist natuerlich auch das Bewustsein, dass man hier Vertreter einer Tiergruppe sieht, von denen es alles in allem nur noch etwa 700 gibt und diese sich auf zwei drei Gebiete in dieser Gegend beschraenken.

Es sind die Friedlichkeit, der ungewohnte Urwald, die wunderschoene Landschaft, die ungewohnten Geraeusche, diese einmalig seltenen Tiere und nicht zuletzt der lange und beschwerliche Anstieg, welche zusammen genommen diese Stunden zu einem unvergesslichen Erlebnis werden lassen.



Ein Erlebnis welches in so starkem Kontrast zu unseren gewohnten Lebensbedingungen und Lebensweise steht.

Nach einer knappen Stunde entscheiden die Gorillas, dass es nun aber genug ist und sie sich wieder an einen anderen Platz verziehen wollen und damit fuer uns Verwandte die Besuchszeit um ist. So laden wir uns unsere Rucksaecke wieder auf den Ruecken und, gestaerkt durch die eine Stunde Ruhe und Erlebnis, treten wir den Rueckweg nach Buhoma wieder an.

Der Abstieg


Der Weg nach unten erweist sich dann wirklich als sehr viel einfacher und kuerzer. Den groessten Teil des Weges geht man durch eine Art Bachbett, wo man allerdings darauf achten muss, nicht zu viele Steine los zu treten.

Noch im Dschungelgebiet, tut mein Bruder Klaus einen ‘herrlichen’ Sturz vorwaerts, nach dem er sich, auf dem Ruecken wie ein Maikaefer liegend, auf einer Lianenmatratze wieder findet. Gott sei Dank ist ihm nichts passiert, ausser dass er die Lacher auf seiner Seite hat und wir ihn zu dritt wieder aus seiner etwas unfreiwilligen Lage befreien muessen.

Die letzten paar Kilometer geht es dann wieder durch Banana Country und Ansiedlungen, wo Sabine (M) grossen Spass daran hat, kleine Pfefferminz Kuegelchen an eine Schar von Kindern zu verteilen.



Nach etwa 6 Stunden und der Ueberwindung von etwa 600 Hoehen Meter gelangen wir abgeschlafft und ausgebufft wieder in unser Quartier.



Hier ist die Dusche sehr bald der beliebteste Aufenthaltsort, unmittelbar gefolgt von den Sofas im Gemeinschaftsraum, wo wir uns verdientermassen an ein paar Glas bier bzw. Wein laben.

Erfreulicherweise haben wir den gesamten Ausflug voellig ohne Regen und vor allem auch ohne besondere Verletzung oder anderen Schaden hinter uns gebracht. In den bequemen Sesseln sitzend warten wir dann auf unsere zweite Gruppe, die, wie wir wissen, eine etwas laengere Tour hinter sich zu bringen hatte. Als es dann so auf 18.00 zugeht, werde ich langsam etwas nervoes und Bedenken schleichen sich ein, ob bei den anderen alles gut gegangen ist, denn sie sind nun bereits 9 Stunden unterwegs. Ich bitte den Manager von Buhoma Lodge, sich mit der Park Verwaltung in Verbindung zu setzen, um rauszufinden, was mit unsere Gefaehrten los ist. Die Nachricht ist dann gut und wir erfahren, dass sie sich auf demn Rueckmarsch befinden und in etwa einer halben Stunde eintreffen werden.

Gegen 18.30 – es hat vor einer Stunde etwa mit einem Regenguss begonnen, der nun einen herrlichen Regenbogen ueber das Tal zaubert –



kommen die mueden Krieger der zweiten Gruppe, einer nach dem anderen, durch das Eingangstor gekrochen. Sie haben ganz offensichtlich eine etwas schwerere Tour hinter sich, waehrend der sie auch gelegentlich mit Regen gesegnet waren.



Eines der Hauptereignisse bei ihnen – auf der Wanderung nach oben zumindest – war die unerfreuliche Bekanntschaft mit einem riesen Vespennest, in das Moses gelaufen war. Da hiess es dann nur noch run, run, run. Doch das konnte nicht verhindern, dass einige von den Wanderern eine ganze Reihe von Stichen an Kopf und Hals davon trugen. Gluecklicherweise sind diese Vespenstiche harmlos und das Jucken fuer eine kurze Weile ist wohl das schlimmste an der Sache.



Mit ein klein wenig Verspaetung trifft sich dann die ganze Truppe wieder rund um den Esstisch zu einem schoenen Abendessen und unzaehligen Geschichten ueber Bergsteigen, Gorillas und Vespenstiche. Es wird dann auch erzaehlt, dass Gaby nach etwa 6 Stunden Aufstieg und der ernst gemeinten Drohung, dass sie sich gleich einen Fuehrer schnappen und den Rueckweg antreten werde das seltene Privileg zuteil wurde, im Dschungel eine Cigarette rauchen zu duerfen (oder zwei), was ihrem Nervenkostuem doch erheblichen Auftrieb verpasste.



Hans mit seiner medizinischen Ausbildung hatte sich dann auch als ganz hilfreich als Psychologe und Diaetberater erwiesen.

Sie erzaehlten von aehnlicher Unwilligkeit des Fuehrers, einigermassen realistische Informationen ueber die Laenge des Weges und den Anstieg zu geben. Und sie haben ihn eigentlich nur zu einem “up, up, up and down” bewegen koennen, wo unser David dann doch etwas praeziser wurde. Nun ja, alle haben es geschaft und koennen auf die Leistung stolz sein.

Zurueck nach Kampala – day 4


Der naechste und letzte Tag der Safari war dem Heimweg gewidmet. Nach dem was wir so auf dem Hinweg erlebt und gesehen hatten, konnten wir uns in etwa vorstellen, wie der Heimweg ablaufen wuerde.



Es war klar, dass hier nicht mehr sehr viel mit Anschauen und Pausen sein wuerde, denn wir waren ja doch auch alle daran interessiert, wieder so schnell und unbeschadet wie moeglich nach Kampala zu kommen. Fuer den Aequator war noch einmal ein kleiner Stop eingeplant, damit der ein oder andere seine Bestellung dort abholen konnte. Ansosnten waren wir eigentlich nicht auf grosse Pausen scharf, eher auf nach Hause kommen.

Well, beinahe haette das auch alles planmaessig geklappt, waere nicht dem einen Bus kurz vor Masaka eine Feder gebrochen, die dann erst einmal ausgewechselt und repariert werden musste. So hatten wir einen 2 Stuendigen Zwangsaufenthalt, den wir - das Beste daraus machend – in einem schattigen Biergarten verbrachten.
So erreichten wir Kampala statt um 18.00 erst um 20.00 Uhr.

Letzte Tage in Kampala – die Gaeste reisen ab


Um das Abendessen simple zu gestalten sprachen wir noch einmal bei Ruth im Hot Spice vor. Sie war begeistert, uns wieder zu sehen und waermte ihre Fleischtoepfe fuer uns an. So gab es noch mal schoenes gekochtes Hammelfleisch mit verschiedenen Gemuesen. Leider waren die Fischkuchen nicht mehr erhaeltlich. Und den ueblichen Absacker in froehlicher Runde gab es dann wieder dank der noch vorhandenen Wein Vorraete in Masaka Road, bevor alle Reisenden ihre gefolterten Glieder in die Betten des Sydney Hotel fallen liessen.

Am Freitag den 30. Mai hiess es dann den ersten Abschied nehmen von Hans und David, die an diesem Abend wieder Richtung Amsterdam flogen.

Doch das ging natuerlich nicht ab ohne vorher noch einmal nach Lugogo zu fahren und die Vorraete von Masaka Road wieder aufzufuellen. Und abgesehen von dem Einkaufsbummel musste auch noch ein Besuch auf dem Markt eingebaut werden, wo alle natuerlich sehen wollten, wo denn nun die beiden neuen Laeden in dem Container untergebracht werden sollen.

Hier wurde dann sozusagen auch die ‘offizielle’ Taufe der Boutique als Boutique “WUNDERBAR” vorgenommen.

Wie an so vielen Stellen war es auch am Markt eine ungewohnte Ausnahme, so viele Weisse auf einmal zu sehen. Wir besuchten natuerlich unseren Mr Chairman, Figaro der sich sogleich meines Bruders Haare annahm und ihm einen Nr 3 verpasste.

Sabine war begeistert ueber ihren Mann, der beim Frisoer noch nie so viele Zuschauer gehabt hat.



Und alle Anwesenden meinten, dass sich nun die Brueder doch noch sehr viel aehnlicher sehen wuerden.

Fuer Klaus, Sabine, Beate und Sabine begann dann an diesem Nachmittag der Aufenthalt in Munyonyo bei Speke Resort. Beate und Sabine hatten sich entschlossen, die letzten ihrer zwei Tage ebenfalls dort zu weilen, um noch ein wenig den Luxus und das Schwimmbad zu nutzen. Und Klaus und Sabine brachten ihre bereits geplante Ankunft dort um einen Tag vor. So brachten wir die vier mutigen Uganda Reisenden nach Munyonyo in ihren Luxus Schuppen.

Fuer den Abend hatte sich die restliche Manschaft noch einmal ein Essen in Masaka Road gewuenscht und alle beteiligten sich an der Vorbereitung. In unserem Kampala Haushalt ist es eigentlich zur Regel geworden, dass wenn es ein besonderes Essen geben soll, das Fleisch nicht ganz einfach so in den Topf geworfen und zu Sosse verarbeitet wird, sondern dass kleine Fleischbaellchen geformt werden, die dann im wesentlichen dem selben Verwendungszweck – Fleisch in der Sosse – zugefuehrt werden. Gegen abend brachte dann Swaibu Mum wieder nach Hause.

Am 1.6. dann war es Zeit fuer Frank und Gaby wieder die Koffer zu packen und in aller Herrgottsfruehe das Land zu verlassen. So brachten wir die beiden nach einer kurzen Nacht morgens um 4.00 nach Entebbe.



Und trotz der fruehen Zeit liessen es sich 6 der Jungs nicht nehmen, das Abschiedskommando zu bilden. Zurueck in Kampala habe ich mich dann noch einmal ins Bett gelegt, um ein paar der fehlenden Schlafstunden nachzuholen.

Fuer den Abend hatte ich dann alle verbleibenden und natuerlich alle Jungs zu einem vorgezogenen Abschiedsessen nach Speke Resort eingeladen. So kamen wir dort gegen 18.00 an und machten erstmal noch einen kleinen Spaziergang ueber die Wiesen am See, mit der ein oder anderen improvisierten Fussball Einlage hier und da zur Gaudi der Kinder, die dort Ball spielten.

Fuer 19.00 Uhr hatte ich einen grossen Tisch fuer 18 Leute bestellt und eine froehliche Runde verbrachte einen heiteren und lustigen Abend mit schoenem Essen und Trinken mit etwas gebremsten Schaum.

Manchmal koennen die Jungs bei solchen Gelegenheiten etwas ueber die Straenge schlagen und sie entdecken irgend ein tolles Getraenk, was dann massenweise die Kehlen runterfliesst. Ich erinnere einen Lunch dort wo ich etwa 50 Flaschen Lemon Rusky auf meiner Rechnung fand. Solche Exzesse brauchen nicht zu sein und alle waren entsprechend vorgewarnt.

Am folgenden Tag machten sich dann Sabine und Beate auf den Weg nach Entebbe, was sie aber mit dem selbst organisierten Taxi hinter sich brachten. So waren noch Klaus und Sabine uebrig.

Am Montag den 2.6. begann dann in Masaka Road wieder so der Alltag. Ich hatte noch einiges auf meinem computer an Arbeit und die Container Geschichte muste noch besser besprochen und vorbereitet werden.

Abschiedsbesuch bei Mum



Am Dienstag den 3.6. hatten wir uns noch einmal einen Besuch bei Mum vorgenommen. Insbesondere Klaus und Sabine war es doch sehr daran gelegen, sich noch von Mum zu verabschieden und natuerlich noch einmal die Fahrt durch die Doerfer und an den Viktoria See zu machen. So machten wir uns am spaeten Vormittag auf in grosser Besetzung und fuhren wieder ueber die Doerfer. Mum freute sich riesig, uns noch einmal zu sehen. Sie hatte besonders an Sabine einen Narren gefressen und die beiden verstanden sich blendend von der ersten Sekunde an.

Mum fuehrte uns dann zu einer Art Gebetsstaette nahe am See, wo die verschiedenen Naturgoetter verehrt werden.


Hier gab es eine Art Priester, der uns die ganze Anlage und die verschiedenen Gottheiten erklaerte. Wie bei so vielen Religionen, haben sie was gegen Schuhe und wir mussten unsere Fussbekleidung am Eingang abstellen und den steinigen und felsigen Weg barfuss bewaeltigen.


In einer ganzen Reihe von Hoelen mit blick auf den See gab es die verschiedenen Opferstellen, wo kleine Gaben dem jeweiligen Gott geopfert wurden.

Nicht zu vergessen dem Gott des Reichtums, dem die Touristen aus fernen Landen mit einer Geldspende zu huldigen gehalten wurden. Nach diesem Besuch bei den Goettern fuhr die ganze Gesellschaft, inklusive Mum, wieder nach Kampala, wo wir am fruehen Nachmittag wieder zurueck waren.

Der letzte Tag

Der 4.6. war dann noch einmal Einkaufstag und damit auch der Tag gekommen, an dem the honeymoon over ist. Das heisst, der Einkauf konzentriert sich sehr stark auf die Alimentation von der Masaka Road Kueche, um fuer die naechsten Tage noch einige Vorraete anzulegen. Anlaesslich der Nachbarsfete hatten die Jungs ploetzlich auch die Frankfurter Wuerstchen entdeckt, die ich fuer den Lunch in grosser Menge gekauft hatte. Diese erfreuten sich unendlicher Beliebtheit und werden wohl immer noch den sonst ueblichen Bratwuerstchen vorgezogen.

Ich hatte nach der Safari bei Shoprite richtig gutes braunes Brot und Schwarzbrot gefunden, so mit Leinsamen etc. was mir das Fruehstueck in den letzten Tagen erheblich verschoente. Doch wie mit dem Kaese, so ist es auch mit dem Brot. Die Abnehmerzahl fuer solche kulinarsichen Extravaganzen haelt sich in Grenzen. Doch der ein oder andere schien das Brot schon mal als Alternative zu den weissen Wattebauschen zu akzeptieren.

Am 5.6. kam der Tag des grossen Abschied. Mum liess es sich nicht nehmen, vom Dorf nach Kampala zu kommen, um uns drei – Klaus Sabine und mich – an den Flughafen zu begleiten. Die uebliche grosse Abschiedsrunde begann und damit wurde das Ende eines fuer mich drei woechigen Aufenthaltes aus Anlass meines 60. Geburstag eingelaeutet. Mit einem Dankeschoen an meine Jungs und froehlichen Gedanken und Erinnerungen an eine herrliche Zeit machten wir drei uns auf gen Dubai.

Und der naechste Besuch Ende Oktober ist schon wieder auf dem Planungskalender.